Elger Esser Combray

Sehnsuchtsbilder.

Klingt leicht abgeschmackt, muss es aber nicht sein. Durch Zufall sah ich letztens einen Bericht über Elger Esser und in dem Beitrag wurde auch der jetzt im „Schirmer/Mosel-Verlag“ erschiene Band >> „Combray“ erwähnt.

Für Elger Esser (geb. 1967), einen der seinerzeit jüngsten und letzten Becher-Schüler, ist Combray überall dort, wo Frankreich noch so aussehen mag wie zu Prousts Zeiten. Die photographische Ausbeute seiner Reisen durch die französische Provinz ist reich: In allen Regionen des Landes, das er in den letzten zehn Jahren von Norden nach Süden und von Osten nach Westen durchstreifte, fand er, was er nicht auf den Spuren, aber im Geiste Prousts suchte: verwunschene, oft auch verlassene Dörfer, Gehöfte an Flussläufen, Monets Garten in Giverny, alte Klöster und Kirchenruinen, eingebettet in scheinbar unberührte Natur, Orte und Landschaften, die wie aus der Zeit gefallen wirken.

Was mich genau bei Elger Esser Fotografien so anspricht, schwer zu beschreiben. Es sind nicht nur Landschaften oder Architekturfotos, vielmehr habe ich immer den Eindruck sie könnten glatt aus 1880 stammen. Fast verblasste Farben, sehr still gehaltene Motive, keine Menschen, herrlich entspannt. Sehnsuchtsbilder.

Esser_Combray

Foto: © Elger Esser / courtesy Schirmer/Mosel

Daher kommt „Elger Esser Combray“ auf meine Wunschliste. 🙂