Wir essen Leichen

Thema Tier & Fleisch ist jetzt nicht wirklich neu fĂŒr mich. Vor alle, da man so ziemlich alle Aspekte erlebt hat.

Einerseits:

  • Menschen die ein Jahr lang eisern sparen um im Herbst ein Schwein zu kaufen das im Dezember geschlachtet wird. Das verarbeitete Fleisch sollte danach theoretisch fĂŒr 1 Jahr lang reichen bis das nĂ€chste Schwein dran glauben musste
  • Menschen die im Herbst Kartoffeln einlagern, Marmelade einkochen um im Winter zu essen
  • Und das alles NICHT weil gerade “Cool und Geil” sondern weil sie es ihrerseits von ihren Eltern ĂŒbermittelt bekommen haben und es ihre Überlebensstrategie war.

Und die andere Seite der Medaille:

  • Menschen die MissstĂ€nden einfach ignorieren, weil sie keine sehen oder sehen wollen
  • Menschen die sich einfach etwas nehmen ohne groß zu hinterfragen woher es kommt, unter welchen UmstĂ€nden es produziert wurde

Aber, auch Menschen entdeckt:

  • die nicht einfach Konsumieren, um sich danach besser zu fĂŒhlen
  • Menschen die hinterfragen ob etwas fair ist

All das wurde mir letztes Jahr nach einem lĂ€ngeren persönlichen GesprĂ€ch im digitalen Freundeskreis klar. 😉

Was mir auch klar wurde, es gibt (wie so bei vielem im Leben) zum Thema “Faires Essen” keine einfache Lösung. Du kannst dich nicht auf den Markt stellen und: “Rettet die Tiere, eßt kein Fleisch oder Tierprodukte” rufen und erwarten das alle Menschen sich danach einfach so Ă€ndern. Ok, rufen geht schon, aber der Erfolg wird minimal sein. Das Thema “Tiere, Tierschutz, Vegan” ist ein großes Minenfeld.

Aber, wie bewegt Mensch sich auf einem Minenfelder?? 😉 VorschlĂ€ge?? Ganz langsam, Schritt fĂŒr Schritt. Genau wie man einen Wal verschlingt, StĂŒck fĂŒr StĂŒck. Ok, schweife ab, abgesehen davon esse auch keinen Wal.

ZurĂŒck zum rufen, ich kann nicht erwarten das andere automatisch meiner Meinung sind wenn ich ihnen zb. sage:

“KĂŒhe werden kĂŒnstlich geschwĂ€ngert damit sie Nachwuchs bekommen, Milch produzieren die wir kaufen. Wobei diese Milch eigentlich den KĂ€lbern zusteht.” Ok, die bekommen Ersatzmilch, aber nicht die ihrer Mutter.

In 90 % der FĂ€lle ist die Antwort, “Na und…”. Diese Antwort wiederum frustriert denn schließlich will man Menschen aufwecken, auf einen Missstand hinweisen, usw. Also greift man zu drastischeren Methoden, die zu 90 % ebenso im Sand verlaufen, die Frustration steigt und steigt. Letztendlich stehen 2 Lager gegenĂŒber:

  • A “Die Unbelehrbaren” aus Sicht von B
  • und B “Diese Hardcoreveganer” aus Sicht von A

Was nun??

Ein paar Punkte von denen ich denke sine ein guter Einstieg, um friedlich im GesprÀch zu bleiben. Darauf könnte man langsam aufbauen.

NIE belehren, NIE missionieren. Wer mag schon Menschen die einem sagen was man zu tun, denken, essen soll. Eben, niemand.

Kompromisse finden & Weniger ist mehr. Es muss nicht jeden Tag ein fettes Steak sein. Und wenn Steak, mach dich schlau, such einen Metzger wo du sicher sein kannst, du wirst nicht fairarscht. Eier kaufen wir zb. bei einem Eierhof 2 Ortschaften weiter, da wissen wir wenigstens woher sie kommen. Wenn wir schon nicht ganz darauf verzichten wollen, dann wenigstens so handeln das der kleinste Schaden entsteht.

Alternativen suchen. Gutes Beispiel. Jahrelang Espresso mit Schuss Milch getrunken, jetzt lasse ich sie weg oder trinke mit Schuss Soja, Hafermilch, Mandelmilch.

Neues Entdecken. Es muss nicht immer Wurst sein, oft Vegane Wurst gekauft, je nach Anbieter, sehr lecker! Einfach probieren.


Warum macht ich das Alles? 

Definitiv nicht:

  • “Weil Cool & Geil”.
  • Um anzugeben “was fĂŒr ein toller Mensch man doch ist”
  • Anderen ein schlechtes Gewissen einzureden. “Wie falsch sie sich doch verhalten!”

Viel profaner. Möchte es jetzt hier nicht besonders vertiefen, aber Menschen Ă€ndern sich. Was frĂŒher selbstverstĂ€ndlich war, wird hinterfragt, alte Ideale sterben, neue werden geboren.

Ausschlaggebend waren 2 Sachen: durch laufen (in freier Natur) sieht man viele Tiere, findet sie sympathisch und im selben Augenblick der Gedanke “Oh, du landest noch in der Pfanne.” *Zack*.

Durch Meditieren verĂ€ndert man sich. Es “verschiebt” einen von “Der Mensch steht an der Spitze von allem. Amen” zu “Wir sind alle Teil eines Ganzes. Teil des Problemes, aber auch Teil der Lösung.”

Was gibt uns die AutoritĂ€t alles nach unseren Vorstellungen formen zu wollen? 😉


Und zum Schluss, konkret, meine nÀchsten Ziele:

– noch öfters vegane Wurst
– gute Alternativen zum geliebten Quark & KĂ€se finden
– KĂŒhe beim Laufen grĂŒĂŸen 😉


Ps. “Wir essen Leichen” ist Titel eines Songs von WIZO. (deutsche Punkband)