39 KW 2015

Diesmal 0 Podcast, dafür viel Text. 😉

Ich habe schon diverse Male über die hohe Kunst der Essensplanung im Familienhaushalt gesprochen, aus aktuellem Anlass ein Update dazu.

Morgen werden sich die Angehörigen am offenen Sarg verabschieden. Für diesen letzten Kuss, die letzte Berührung mit einem geliebten Menschen richtet Pernlochner-Kügler den Leichnam her. Sie wäscht ihn, frisiert die Haare, cremt die Hände ein und streift dunkle Jeans und ein Poloshirt über den blassen Körper, der mit Totenflecken übersät vor ihr liegt. Jeder Handgriff sitzt, alles geht schnell, doch nie nebenbei und respektlos.

Wenn ein Kunde das erste Mal in Sandra Neumeiers Laden kommt, kauft er häufig Milch, die gar keine Milch ist. Neumeier ist eine junge Frau mit giftgrünen Haaren, die einen kleinen Lebensmittelladen in Hamburg-St. Pauli betreibt. Twelve Monkeys heißt ihr Geschäft, und alles, was es hier gibt, ist „Vegankrams“. So nennt sie das.

Angefangen mit dem dümmsten aller klugen Sprüche, der komplett durchgeknallten Mutter aller Lebensweisheiten:
„Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter!“
Alter! Bist du irre? Wüsste ich, dass ich morgen sterbe, würde ich a) mein gesamtes verbleibendes Geld verprassen, mich b) derart betrinken, dass ich am nächsten Morgen möglichst wenig von meinem Tod mitbekomme und c) garantiert nicht vor einem Computer sitzen und dumme Sprüche lesen! Was soll das werden, wenn ich jeden Tag weinend zusammenbreche, weil mein Leben in wenigen Stunden zuende sein wird? Und was genau ist daran erstebenswert?

Bei meinem Wiedereinstieg in Seligenstadt aber auch bei meinem neu Einleben im Rhein-Main-Gebiet kam mir etwas zu Hilfe, dass es früher so nicht gab und das ich nun nicht mehr missen möchte: Facebook. Ich lerne an jedem Tag neue Geschäfte kennen oder neue Leute, ich ergattere gebrauchte Regale, die mir von den neuen digitalen Nachbarn sogar gebracht wurden und ich erfahre von vielen Veranstaltungen, die ich sonst gar nicht kennen würde.