Arbeitstitel Blog re:birth

Wenn ich mich so betrachte, im Vergleich zu 5 Jahre davor, komme ich mir vor wie in einem Golfclub. Kommen ich “Uns” vor wie in einem Golfclub. Wir spielen paar Sätze, halten Smalltalk auf “hohen” Niveau, nippen an coolen Getränken und das letzte “heiße Eisen” das wir in der Hand hielten war der Türgriff unseres Sportwagens der keinen schattigen Parkplatz vor unserem Clubheim bekommen hat.

Ja, wir sind alt und träge geworden, und haben von der Welt vor unserer Türe keinen blassen Schimmer. Im Vergleich zu früher, als wir noch ernsthafte Blogger waren:

“Remember when you were young, you shone like the sun.
Shine on you crazy diamond.

Now there’s a look in your eyes, like black holes in the sky.
Shine on you crazy diamond.” Pink Floyd

Ja, alt und träge, nur die Push-Up Nachrichten auf unserer schicken Smartwach zeigen uns das wir im Internet noch wahrgenommen werden, schließlich RT jemand unsere Tweets, oder mag unsere Äußerungen in Sozialen Netzen, die wir ab und zu fallen lassen, während wir Kuchen auf Bulgari-Teller essen. Versace ist dann doch einen Tick zu fein.

Früher setzten wir noch Akzente, mit Blogeinträge, Paraden, Podcaste, veranstalteten neue Camps, lange Chat-Abende, aber alles lange her. Zu lange.

Jetzt sind wir “eine Runde” weiter, freuen uns über bezahlte Einträge. Vorher kategorisch abgelehnt, aber hey, Mensch muss auch an die Zukunft denken, Familie, Kinder, Haus und so … Und der Kaffee im hippen Cafe um die Ecke, in dem wir stundenlang rumhängen kostet ja auch Geld.

Jetzt sind wir “Multiplikatoren”, mächtig wichtig, tragen “Online since 2000” in der Bio. Wir die “digitale Altherrenrunde”. Quasi, alte Säcke.

Ist doch so, die Jugend nutzt neue Möglichkeiten intensiver und schneller als wir. Wir lachen über Youtube & Co und fragen uns im selben Atemzug “Hey, irgendwie kommntiert ja kaum noch einer bei mir. Was ist das los?”

Vielleicht. Weil. Blogs. So. Spannend wie ein Sparprogramm in der Waschmaschine ist? Vielleicht. Weil. Blogs. Themen präsentieren die verstaubt, antik sind? Die niemanden wirklich veranlassen den Kuchen auf Bulgari Teller zur seite zu schieben und einen Kommetar zu hinterlassen?

Und nun, wie weiter ??


(Steht im nächsten Kapitel. Einfach maulen aber keine Ansätze zu Lösungen zeigen ist mehr als fies … 😉 )

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12 Responses to Arbeitstitel Blog re:birth

  1. da)v(ax says:

    Ach, ich weiß nicht. Ich finde, es gibt eben für alles seine Zeit und auch verschiedene Werkzeuge. Ich z.B. liebe mein kleines Eckchen Internet immer noch für die durchaus interessanten Diskussionen, die darin zum Teil stattfinden. So was funktioniert nämlich weder in Twitter noch auf einer Streicheluhr, da ist schlichtweg nicht genügend Screenestate für eine sinnvolle Diskussion.

    Ja, ich sehe auch, dass Blogs nicht mehr die gesellschaftliche Relevanz haben wie noch vor 8 Jahren, und dass ich inzwischen mehr Blogs im Ordner “Tote” habe als in den anderen Ordnern, aber das ist für mich kein Grund zum Aufgeben. Ich mache weiter, ein paar andere machen auch weiter und vielleicht können wir ja ein paar Kids mit der Bloggerei anstecken. Ich für meinen Teil habe weder Zeit für noch Lust auf Twitbooktube und bleibe meinem Blog treu.

    • Jürgen says:

      Du nimmst schon einen Teil meines nächsten Artikels vorweg.
      Aber, nicht wild. 😉 Aufgeben ist auch für mich keine Option, dann lieber weiter auch wenn es auf Sparflamme geht.

  2. Nasendackel says:

    “Wir” waren nie relevant, sondern immer nur die Nische. Früher waren halt immer mehr Menschen in der Nische.

  3. SuMu says:

    Soziale Netzwerke sind einfach einzurichten, ein Blog selber hosten bedeutet Interesse und deutlich mehr Arbeit. Jeder mag sich da nicht einarbeiten. Ich schreibe auch weniger, aber ich mag mein Blog immer noch. Ich nutze es als mein Tagebuch, Kommentare sind mir deutlich weniger wichtig.

    • Jürgen says:

      Joa, wobei du einen Blog unter WordPress.com betreiben kannst. Dann übernehmen sie die Wartung, aber verstehen schon was du meinst.

  4. Manuela says:

    Ist das echt so? So abgeklärt, so behäbig?
    Viele Themen, die “damals” gebrannt haben, stehen heute nicht mehr an. Aber wenn einen was interessiert, dann findet sich auch die Plattform dafür. Die Frage ist, ob man sich ausgiebig produzieren will mit all dem, was da dranhängt. Man hat sich entwickelt was die Interessen, Beweggründe und Prioritäten angeht. Wer sich produzieren will, findet immer einen Weg und in den meisten Fällen auch Gleichgesinnte – nehme ich mal an.

    • Jürgen says:

      Es kommen täglich neue Themen zu denen man seine Meinung sagen könnte. Ok, endet wahrscheinlich wie auf Twitter, FB und co, wo jederman zu allem seinen Senf abgeben kann.

      Für mich persönlich, möchte “meine” Steckenpferde heraus arbeiten und sie dann auch reiten.

      ps. wenn klappt auch neue zum bloggen “verführen”. 😉

  5. Manuela says:

    Das “endet” doch auch nicht in den Netzwerken. Man macht es dort, weil es leicht ist, auch leicht die richtigen Leute zu finden. Z.B. in den Gruppen bei FB … Da gibt es keinen Grund, das woanders noch einmal in “klein” aufzuziehen.

    Und ansonsten … Immer machen :-).

  6. Carsten says:

    Ich lese hier gerne. Auch wenn man nicht immer kommentiert. Viel wird auf dem Smartphone im Newsreader gelesen. Da kannste halt net kommentieren. Dann lieber bei FB teilen und dort einen Kommentar drunter setzen. Geht halt schneller als auf dem kleinen Bildschirm im Kommentarfeld…. nicht jeder benutzt halt die WordPress.app. Sondern FB, SnapChat und Twitter (wenn überhaupt noch).

    • Jürgen says:

      Habe zwar einen Account bei FB aber halte meinen Blog dort raus. Dann lieber auf Twitter (gibt es noch) teilen.

  7. Pingback: Arbeitstitel Blog re:birth Part 2 › HappyBuddha1975

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