Braucht man echt ein Programm, um sein Leben „zu planen“?

Bin immer dankbar für Feedback, auch als iMessage Nachricht. In diesem Fall ging es um den gestrigen „Eintrag zu Omnifocus“:

Braucht man echt ein Programm, um sein Leben „zu planen“?

Sein ganzes Leben sicher nicht. Wie sollte das auch gehen? Theoretisch könnte ich jetzt einen Herzinfarkt bekommen und dann ist ganze Planung für die Katz. Salopp gesagt. Dennoch macht es Sinn, ein oder mehrere Apps zu nutzen um sein Leben besser im Griff zu bekommen, auch gerne nach GTD Prinzip.

Warum ich so denke?

Wenn ich knapp 20 Jahre zurück denke, so denke ich: „was warst du nur für ein Arsch.“ Hej, das darf aber auch nur ich sagen. 😉 Das einzige das damals wirklich zählte: Feiern. Der Rest des Lebens, vor allem der Teil mit den Verpflichtungen verschwanden im Nebel. Machmal lichtete sich dieser Nebel, man merkte irgendwie läuft etwas schief, aber dann verschwand der Gedanke auch wieder im Nebel. So kam es wie es kommen musste: Geld wurde knapp & knapper, ein Loch wurde gestopft dafür 2 andere aufgerissen. Dazu noch einige falsche Entscheidungen. Lange Rede kurzer Sinn: schxxxx Jahre.

Aber dann wendete sich das Blatt und ich erkannte: „so kann und geht es nicht weiter.“ (lag sicher auch an der symbolische Waffe auf der Brust) Auf einem Balkon sitzend, Tasse Kaffee in der Hand, pleite, schrieb ich meinen neuen Lebensplan auf ein Blatt Papier. Ein Teil davon (wusste & kannte ich damals noch nicht) war fast GTD in Reinkultur.

Ich bin ein Mensch, der Druck braucht. Unter Druck, läuft die Maschine wie geschmiert. Und ich liebe diese Maschine. 🙂

Zurück zum „neuen Lebensplan“, so stand zb. ein To-Do 1x Woche Kontoauszüge abrufen. Ja Kinder, damals™ gab es kein iPhone aber Kalender, also blockt man sich jeden Montag mit „Kontoauszüge abrufen“. Nach dem selben Prinzip wurde 1x Monat ein Monatsplan erstellt: „Was geht im nächsten Monat ab, welche fixe Beiträge“. SO baut man sich Monat für Monat ein neues Leben auf, mit Kalender, Stift und viel Kaffee. Schöner Nebeneffekt: nach 6 – 12 Monaten hat man alles im Urin, es läuft wie ein Uhrwerk, man sollte nur die Uhr im Blick behalten.

Dann erschien das erste Smartphone (danke Steve Jobs), die ersten Apps, ich lernte GTD kennen (danke David Allen) und hej, alles so vertraut, wie kommt das nur … 😉 Das einzige das sich änderte, der Kalender verschwand dafür regelten Apps mein Leben.

Regeln ist vielleicht übertrieben gesagt: sie sind eine Art „Leitplanke“ im Alltag. Bekommen sie Dellen oder werden eiskalt umgenietet, gehen umgehend Alarmglocken an. Schließlich will man nicht den zum alten ArschlochEgo zurück. Sorry an alle die mich in der Zeit ertragen mussten.

Wichtig ist:

  1. Sich eingestehen das es schief läuft
  2. auch wenn es schmerzhaft ist, genau hinsehen wo es schief läuft
  3. Strategie entwickeln (Gott, klingt wie übelstes Business-Deutsch) diesen Schiefstand zu stoppen, und wieder „aufzurichten“
  4. der wichtigste Punkt von allen: einen langen Atem haben und nicht gleich aufgeben.

Noch Fragen? 😉


Gerade bei größeren Projekte sind GTD-Apps ein Segen. Ich behalte einen kühlen Kopf und alle anstehenden Termin im Auge und dank Push-Nachrichten entsteht dieser Druck mit dem die Maschine läuft. Und ich liebe diese Maschine.;-) Vielleicht sollte ich auch „From 0 to Hero “ Kurse anbieten. Motto: „Raus aus den Schulden, rein in das Neue (bessere,entspanntere) Leben …