Mein Weg zum Mac 17 – Basti

In der neue Reihe “Mein Weg zum Mac” beschreiben Mac-User ihren ganz persönlichen Weg in die Apple Welt. Wenn auch du deine persönliche Geschichte darüber schreiben möchtest, hinterlasse einfach einen Kommentar. Ich komme dann auf dich zu.


Mein älterer Bruder hat mich in vielen Dingen geprägt und er prägt mich auch heute noch in einigen.

Ich bin knapp über 30 (Ganz knapp nur, ehrlich!) und höre Led Zeppelin und The Who, ich bin mit SEINEM C64 aufgewachsen und habe Paperboy schon gespielt als andere tatsächlich noch mit der Rassel um den Christbaum gerannt sind.

Um genau zu sein habe ich Paperboy schon gespielt, als ich selbst noch mit der Rassel um den Christbaum gerannt bin.

Warum sollte ich mich also, was die Wahl meines Computers angeht, nicht auch von meinem Bruder beeinflussen lassen? Eben.

Es war im Jahr 2005, noch bevor iOS Geräte, iPhones, iPads und AppStores existierten. Wir nannten Programme damals noch so und nicht „Apps“. Kaum zu glauben.

Mein Bruder kam mich besuchen und er hatte einen kleinen Karton im Gepäck, den er problemlos im Rucksack verstauen konnte. Ich staunte nicht schlecht, als er mir weiß machen wollte, dass sich darin ein Computer befinden würde.

Es war der Mac Mini.

Ich war sehr skeptisch. Bei der Größe konnte es sich nur um eine lahme Krücke handeln. Keine Chance gegen meinen schick beleuchteten Tower mit zwei DVD Laufwerken und anderem Kram, den kein Mensch brauchte.

Und für den Preis einen Mac zu kaufen konnte ebenfalls nicht mit rechten Dingen zugehen. Oder etwa doch?

Nach wenigen Minuten war der Rechner angesteckt und fuhr zum ersten Mal in meinen vier Wänden hoch. Ich war doch ziemlich überrascht, wie schnell das ging. Und wie LEISE das Teil war! War der an? Wo zur Hölle ist der Lüfter? Warum rattert die Festplatte nicht, wo sind die Status Lampen und Windows Aufkleber?

Ich war relativ schnell überzeugt, spätestens als ich zum ersten Mal das Betriebssystem sah. Fenster verschwanden mit einer schönen Animation im Dock, Programm-Icons in selbigem vergrößerten sich beim mit der Maus darüber fahren. Und alles lief ohne Ruckeln und Zuckeln, ohne ein Geräusch des Rechners. Als dann Filme mit Quicktime in HD und Exposé angeworfen wurde, war ich hin und weg. Es war quasi Liebe auf den ersten Blick.

Was aber nichts daran änderte, dass ich ihn mir zunächst nicht kaufen wollte.

Warum?

Ich hatte einen sehr guten PC, der mit ratternder Platte und lauten Lüftern gut lief und natürlich auch toll beleuchtet war. Einen Grund zum Wechsel auf ein neues System gab es meiner Ansicht nach nicht und so legte ich mich ins Bett und freute mich auf eine Partie „Die Sims“ am nächsten Morgen.

„Dann kam die Wende“ könnte man sagen. Ich setzte mich wie gewohnt an meinen Rechner, wartete den Bootvorgang ab und spürte eine leichte Ungeduld in mir aufkommen. Als ich dann noch auf diverse Antiviren Software Updates wartete, wurde diese noch größer. Und als ich dann merkte, dass sich Spyware auf meinem Rechner breit gemacht hatte, war es endgültig vorbei.

„Viren gibt es auf dem Mac nicht“ hatte mein Bruder gesagt und das war im Endeffekt auch der Hauptgrund, mich für den Wechsel zu entscheiden. Ich behielt zwar meinen PC, kaufte mir aber tatsächlich am selben Wochenende noch einen Mac.

Warum ich den PC behielt?
Damals war’s nicht ganz so einfach wie heute. Es gab teilweise wirklich noch Probleme mit der Kompatibilität diverser Dokumente und Dateien. Windows konnte man nur über Virtual PC emulieren und das war unbrauchbar. Und Spiele für den Mac gab’s keine oder zumindest noch weniger als heute.
Wenn ich heute vor dem Wechsel stehen würde, müsste ich da keine Minute nachdenken und würde im selben Zuge meinen PC verkaufen, da ein Mac im Grunde alles und noch mehr kann als ein Windows Rechner. Und wenn nicht, dann installiert man eben Windows.

Heute – fast 10 Jahre später – kann ich übrigens auf eine privat komplett Windows-freie Welt zurückblicken. Ich habe seit 2005 nie wieder zurück geblickt und meine Entscheidung nie bereut.
Auch wenn heute einige Entscheidungen von den Leuten in Cupertino bei mir weniger populär sind als früher, werde ich nicht mehr wechseln. Die Software und die Hardware überzeugen mich zu mindesten 90% und das sind ca. 70% mehr als mich Windows überzeugen konnte. Ich hatte nie nennenswerte Probleme mit Hardware und das ging sogar so weit, dass ich bei einem Apple Store gearbeitet habe, um anderen beim Umstieg zu helfen.

Man sagt mir oft nach, dass ich andere mit meinem „Kauf dir nen Mac“ Geschwafel nerve. Kann ich verstehen. Es ist aber einfach so, dass ich durch meinen Umstieg unfassbar viele Nerven und mindestens genau so viel Zeit gespart habe. Und es tut mir weh, wenn ich sehe, dass andere das auch machen könnten, es aber nicht tun.

Hier also das Fazit und das Fanboy Gelaber zum Schluss: Wenn ihr denkt, ein MacBook sei zu teuer, euch dann aber ein Vaio Notebook für 800 Euro kauft, denkt lieber noch einmal nach und legt die knapp 200 Euro drauf. Weniger Stress und mehr Zeit sind es wert. 😉

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