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“Demokratischer Sozialismus”

Ja, gibt auch Blogparaden mit Themen die nicht Technik, Gadgets betreffen… Zum Beispiel Politik: “Blogparade: Demokratischer Sozialismus”

“Demokratischer Sozialismus”

Wir müssen den demokratischen Sozialismus mit Leben füllen und deswegen möchte ich euch ermuntern, eure Gedanken zu diesem Thema aufzuschreiben. Deswegen starte ich hier und jetzt eine Blogparade. Mich interessiert, was ihr unter demokratischen Sozialismus versteht. Mich interessiert, was die Schlagworte Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit für euch bedeuten.

Viele (inkl. mir) denken bei “Sozialismus” an irgendeinem fernen Staat “auf dem Balkan.” Mit kaputtem Straßen, korrupten Polizisten, Menschen die sich von ihrem Lohn kaum etwas leisten können, Armut halt.

Ok “Demokratisch” ist da viel sympathischer: alle haben die selben Rechte (und Pflichten), alles super, Grundrechte werden eingehalten, keiner fällt durchs soziale Netz.

Na aufgefallen? Letzter Satz? Vorletztes Wort? Genau. “Sozial” steckt auch in “Sozial”ismus. Und kann in Verbindung mit “Demokratisch” gebracht werden. Oder anders gesagt: es muss in Verbindung mit “Demokratisch” gebracht werden.

Was ich mir unter “Demokratischer Sozialismus” vorstelle & erwarte:

  • Der Staat gibt nicht 100 % die Richtung vor (wie in einem reinen Sozialistischen Staat) wohin sich ein Staat inkl. Bürger entwickeln soll. Eher eine Art “Leitplanken-Sozialismus”, er zeigt wo die Grenzen verlaufen.
  • Der Staat baut dafür weiterhin ein großes “soziales” Netz auf, (nicht ab) um Bürger abzufangen. Wir (die Bürger) unterstützen ihn dabei indem wir einen monatlichen Beitrag abgeben mit dem ärmerer Bürger unterstützt werden. Natürlich können Besserverdiener mehr abgehen.
  • Weg von “Privat” hin zu “Gemeinsam”. Bsp. keine Private Krankenversicherungen mehr, keine Sonderprivilege, alle sind gleich.

Mir ist schon klar das Rad kann nicht so leicht zurück gedreht werden und die “Agenda 2010” verschwindet auch nicht wieder über Nacht. Nur, die Aushöhlung des Sozialstaates bringt uns nicht weiter, im Gegenteil, die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Die so abgehängten fangen an sich zu wehren, sind nicht mehr hilflos, wollen auch nicht mehr hilflos zusehen.

5 Comments

  1. Sorry – ernstes Thema, aber Irgendwie fällt mir da Ferris Bueller ein: „Nicht, dass ich Faschismus billigen will, oder sonst irgendeinen -ismus. Ismen sind meiner Meinung nach nicht gut. Ein Mensch sollte nicht an einen Ismus glauben, er sollte an sich selbst glauben.“
    Vielleicht ist es eine Bürde unsere Zeit, in der sogar Sicherheitslücken einen Namen bekommen: Wir brauchen imho kein Label für Lösungen – wir sollten vielleicht etwas weniger darüber nachdenken, bis es theoretisch perfekt ist, sondern machen, was möglich ist – Schritt für Schritt. Gerechtigkeit kann/wird schnell zu einem unlösbaren Problem werden, wenn wir immer nur den großen Wurf wollen. Gerechtigkeit ist nicht nur “das System” – wieviel von deinem Reichtum und deiner Zeit hast du in der letzten Zeit mit anderen geteilt? (Kein Vorwurf, nur aus Neugier und Ernst gemeinte Frage).
    Ich habe immer den Eindruck, dass wir erst “das System” ändern wollen, um uns dann selber automatisch geändert zu haben – um dann enttäuscht zu sein, dass es so nicht geht. Vielleicht fangen wir doch mal anderes herum an und ändern erst uns selbst…

    • Eine neue solidarische und gerechtere Gesellschaft wird nur möglich werden, wenn sich in den Köpfen der Menschen einiges ändert. Wir müssen weg vom Wettbewerbsgedanken. Wir müssen diesem ständigen Kreislauf durchbrechen, indem wir immer besser sein wollen, als eine andere Bezugsperson und in dem wir lieber nach unten treten, anstatt die ungerechte Verteilung von Vermögen anzugehen. Das und vieles mehr muss sich natürlich erst in den Köpfen ändern, bevor wir in eine neue Gesellschaft aufbrechen können.

      Derzeit reproduziert sich der Kapitalismus von selbst, da sich der Kapitalismus in unser Leben eingebrannt hat, wir so handeln, wie es der Kapitalismus von uns erwartet und wie er es braucht, um zu überleben. Aber wir werden diese Veränderung nur dann starten können, wenn es auch eine Vision gibt, wie eine solche neue Gesellschaft aussehen kann. Nein, diese Vision muss nicht perfekt sein, sie kann nicht perfekt sein, weil sich auch diese Vision im laufe der Veränderungen verändern wird, aber sie muss vorhanden sein, wenn wir nicht wieder mit einem zerstörten Europa enden wollen.

      Und sind wir doch ehrlich, Veränderung beginnt doch erst dann, wenn wir uns tatsächlich mit einer besseren Gesellschaft beschäftigen. Solange wir das nicht tun, solange wird sich auch nichts ändern.

      • Jürgen

        16. October 2017 at 17:43

        Glaube diesen Wettbewerbsgedanken steckt in unserer DNA. Fressen oder gefressen werden.

        • Das müsste wir jetzt bei Kindern beobachten und ich glaube, da ist der nicht so unbedingt vertreten. Klar gibt es in einem bestimmten Alter immer Streits um Autos oder so, aber das lässt nach und dann tritt das Teilen in den Vordergrund. Aber natürlich ist das nicht wissenschaftlich abgedeckt, wie gesagt, dass müsste dann wohl erforscht werden. Tatsächlich aber glaube ich, dass uns dieser Wettbewerbsgedanke anerzogen wird.

  2. Jürgen

    3. October 2017 at 21:56

    Mag sein das ich eine Ausnahme bin, teile gerne. Mit der Zeit haben sich einige Vereinigungen herauskristalisiert die ich gerne unterstütze, egal ob es jetzt um künstlerische Förderung geht, um ein Tierheim oder BUND.

    “Wir brauchen imho kein Label für Lösungen – wir sollten vielleicht etwas weniger darüber nachdenken, bis es theoretisch perfekt ist, sondern machen, was möglich ist – Schritt für Schritt. ” Find einen guten Ansatz!

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